Holzfußboden

Holzfußboden – der natürliche Star unter den Bodenbelägen

Ein Holzfußboden verbreitet den Charme von natürlichem Wohnen und ist dabei umweltfreundlich und langlebig. Außerdem bietet er über verschiedenste Verlegearten, Holzsorten und Formate zahlreiche Variationsmöglichkeiten. Überzeugen Sie sich selbst!

Vorteile von Holz als Fußboden

Die Investition in einen hochwertigen Holzboden lohnt sich in vielerlei Hinsicht. Denn das Naturmaterial Holz verfügt über diverse Vorteile für den Innenausbau. Allen voran die hygroskopischen Eigenschaften: Holz reguliert die Luftfeuchtigkeit in Räumen durch dessen Aufnahme und Abgabe. Das gesamte Wohnklima profitiert. Hinzu kommt die fußwarme Oberfläche. Das Betreten von Holzböden ist überaus angenehm und im Vergleich zu Fliesen rücken- und gelenkschonender. Auch Allergiker sind mit dem natürlichen Material gut beraten.

Hinsichtlich Robustheit und Langlebigkeit begeistern die Fußböden ebenfalls: Bodenbeläge, die mit besten Holzsorten gefertigt und sauber verarbeitet werden, halten den Strapazen des Alltags ohne Weiteres stand und da sich die Oberflächen abschleifen lassen, ist dauerhafte Ästhetik garantiert. Holzböden sind zudem renovierungsfreundlich, pflegeleicht und für Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche sowie Eingangsbereich geeignet. In unserem Ratgeber zur Eignung von Bodenbelägen können Sie sich ergänzend über weitere Untergründe informieren.

Der oft höhere Preis bei Holzfußböden gegenüber günstigen Alternativen ist auf robuste Holzsorten, langlebige Oberflächenversiegelungen und weitere technische Finessen zurückzuführen.

Arten von Holzböden

In Altbauwohnungen wurden in der Vergangenheit viele Holzbodenbeläge aus „Pitchpine“ verlegt. Dies sind robuste Kiefernhölzer mit einer Stärke von rund 22 Millimetern und einer hohen Dichte. Pitchpine ist geprägt von einer gelblichen Farbe und einer charakteristischen Maserung, lässt sich jedoch mit einer Veredelung farblich gestalten.

Grundsätzlich wird grob zwischen folgenden beiden Arten von Holzböden unterschieden:

Dielen

Die Massivholzdiele ist ein bereits seit Jahrhunderten beliebter Bodenbelag. Zum einen, weil massive Dielen äußerst langlebig sind, andererseits weil sie eine gewisse Elastizität besitzen. Früher bestand oft das Problem, dass sich Dielen gerne verformten, da im Vergleich zu Mehrschichtdielen Gegenzug und Mittelschicht fehlen. Moderne Verarbeitungstechniken und innovative Extras bringen heute beste Dielen hervor, die dem Verformen vorbeugen. Der Griff zu den teureren Ausführungen ist daher empfehlenswert. Die Größenauswahl ist bei Massivholzdielen enorm und reicht von Kurz- und Langdielen bis zu Großdielen. Manche Hersteller fertigen Modelle mit bis zu acht Metern Länge. Alternativ zu Massivholzdielen werden Landhausdielen verkauft. Damit sind in der Regel Zwei- oder Mehrschicht-Dielen gemeint, die nicht aus Vollholz bestehen, sondern aus mehreren Schichten.

Parkett

Um als Parkett bezeichnet werden zu dürfen, muss die Nutzschicht laut DIN EN 13489 Minimum 2,5 Millimeter betragen. Massivholzparkett besteht aus Vollholz und ist gegenüber Mehrschichtparkett teurer, aber auch exklusiver. Mehrschichtparkett, auch Fertigparkett genannt, ist günstiger und lässt sich von Heimwerkern verlegen. Entscheidend bei der Auswahl ist die Abriebklasse (AC). Bei stärker genutzten Räumen sollten Sie AC3 verwenden. Im Schlafzimmer und in jedem anderen Raum, wo der Boden weniger strapaziert wird, reicht AC1.

Unter den Holzarten sind beispielsweise heimischen Hölzer wie Fichte, Kirsche, Lärche und Eiche gefragt. Aber auch Wenge, Merbau, Ahorn oder Nussbaum sind denkbare Optionen. Welche Rolle die Brinellhärte bei der Entscheidung über die Holzart spielt, erfahren Sie im Beitrag über Dielenboden.

Doch egal, ob Sie sich letztlich für Dielen oder Parkett entscheiden – Sie haben in jedem Fall eine natürliche Wahl getroffen.

Holzfußboden im Bad

Lange war es ausgeschlossen, Holzböden im Badezimmer zu verlegen. Heute ist das anders. Durch die Verwendung von Hölzern wie Eiche oder Merbau, die als besonders resistent gegenüber Feuchtigkeit gelten, und durchdachten Verlegetechniken kommen manche Holzböden heute problemlos mit den Bedingungen in Feuchträumen zurecht. Spritzwasser und die erhöhte Luftfeuchtigkeit sind kein Hindernis mehr. Holzböden im Bad erfordern beim Verlegen jedoch einige Besonderheiten, wie eine abgedichtete Dehnungsfuge und bedeuten damit zusätzlich Aufwand. Ergänzende Tipps zum Thema unter holzvomfach.de

Tipp: Generell von Vorteil für das Bad ist Bambusparkett. Das schnell nachwachsende Material benötigt sogar eine höhere Luftfeuchtigkeit, um seine Funktion und Ästhetik auf Dauer zu halten. Allerdings handelt es sich bei Bambus nicht um Holz!

 

Die Verlegung

Wie ein Holzboden zu verlegen ist, hängt maßgeblich von der Bodenart ab. Während manche Produkte beispielsweise fest mit einer aus Holz gefertigten Unterkonstruktion verschraubt werden sollten, sind andere mit praktischem Klicksystem ohne Leim schwimmend zu platzieren. Heute können Sie sogar das für gewöhnlich aufwändige Fischgratmuster schwimmend und relativ bequem auftragen. Bei Parkett haben Sie unter anderem die Wahl zwischen folgenden Verlegearten:

Bei der schwimmenden Verlegung darf eine Trittschalldämmung nicht fehlen. Ansonsten klingt der teure Holzboden schnell billig und jeder Schritt ist zu hören. Insbesondere bei Neubauten und Räumen ohne Keller, raten Hersteller von Parkett zum Integrieren einer Dampfbremse. Sie schützt den Boden vor Feuchtigkeit.

Besonders lange Holzdielen sollten Sie immer von einem Fachmann verlegen lassen. Das Risiko hier Fehler zu machen, ist nicht zu unterschätzen und kann verheerende Folgen auf die Fußbodenqualität haben. Weil Massivholzdielen mit extremer Breite und Länge vergleichsweise anfälliger für das Quellen und Schwinden sind, braucht es eine perfekte Vorbereitung. Nicht zu vergessen: Lange Dielen sind nie exakt gleich lang. Selbst erfahrene Heimwerker bekommen dabei schnell Probleme.

Warum das Ausgleichen des Untergrundes beispielsweise bei Sanierungen und Renovierungen entscheidend für den späteren Aufbau eines Holzfußbodens ist, erklärt ein Fachmann im Video:

https://www.youtube.com/watch?v=jpbRn0A_TCI&rel=0

Auch der Ratgeber der Tischlerei Rininsland informiert über den korrekten Aufbau.

Böden streichen

Möchten Sie Ihrem Fußboden einen individuellen Look verleihen, können Sie die Oberflächen streichen. Wie das funktioniert und welche Produkte dafür infrage kommen, erfahren Sie in der Anleitung unter schwedischer-farbenhandel.de

Versiegelung ist unverzichtbar

Nach der Verlegung sowie nach jedem Abschleifen müssen Sie den Holzfußboden versiegeln. Behandeln Sie das Holz mit speziellen Ölen oder Wachsen, bleibt es offenporig und die Natürlichkeit wird bewahrt. Lackversiegelungen machen den Boden wesentlich strapazierfähiger, verschließen jedoch die Poren und mindern die von Natur aus positiven Auswirkungen auf das Wohnklima.

Bei Fertigparkett entfällt die Versiegelung nach dem ersten Verlegen, weil diese Art Holzfußboden bereits ab Werk eine Versiegelung erhält.

Tipps zur Holzbodenrenovierung fasst Bauhaus im Video zusammen:

https://www.youtube.com/watch?v=hy5RvcND8Jo&rel=0

Informatives zur Pflege

Beim Reinigen genügt ein nebelfeuchtes Tuch. Schmutz und Staub lassen sich mit einem weichen Besen oder Staubsauger entfernen. Dellen und Kratzer werden mit einem speziellen Spachtel problemlos ausgebessert. Werden Holzoberflächen mit den Jahren unansehnlich, ist Abschleifen die beste Lösung.

Holz ist ein arbeitender Werkstoff, der auf Klimaschwankungen reagiert. Deshalb bilden sich im Winter oft Fugen im Fußboden. Im Sommer dehnen sich die Dielenbretter wieder aus und die Fugen sind geschlossen. Um das einzuschränken, sollten Sie im Winter Luftbefeuchter aufstellen. Das damit einhergehende, möglichst gleichmäßige Raumklima kann eine Fugenbildung zwar nicht ganz vermeiden, jedoch erheblich einschränken.

Ideale Bedingungen: Damit Holzböden möglichst lange schön und funktional bleiben, sind eine Luftfeuchtigkeit von 55 bis 60 Prozent und eine Temperatur von maximal 22 °C optimal.


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