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Badewanne einbauen (Schritt für Schritt Anleitung)

Modernes Badezimmer, Unterschränke aus Holz, graue Badezimmerfliesen

Badewannen sind ein kleines Stück Luxus im Alltag. Der Einbau muss dabei gar nicht teuer sein und lässt sich mit ein bisschen handwerklichem Geschick gut selbst bewältigen. Wie genau Du eine Badewanne einbauen kannst und welche Möglichkeiten es gibt, erfährst Du hier.

Eine Badewanne mit Wannenträger kannst Du nur bei absolut ebenem Boden verbauen. Zudem erhöht sich der Platzbedarf beim Einbau, denn eine Wanne mit Träger braucht Rangierraum.

Schritt 1: Vorbereitung (Wasser abstellen, markieren, abdichten)

Ganz wichtig: Bevor Du beginnst, dreh den Haupthahn für das Wasser zu! Dann lässt Du die Leitungen vollständig leerlaufen, damit Du Überschwemmungen im Bad vermeidest.

  • Badewanne ausbauen: Möchtest Du eine alte Badewanne austauschen, demontierst Du diese bei der Renovierung zunächst.
  • Flächen vorbereiten: Damit Deine neue Wanne später richtig zur Geltung kommt, entfernst Du zudem alte Fliesen und reinigst den Bereich um die Wanne sehr gründlich von Kleberesten oder Ähnlichem.
  • Markierung: Markiere die Abmessungen der neuen Badewanne an der Wand und am Boden.
  • Abdichten: Dann trägst Du gleichmäßig und flächendeckend den Dichtungsanstrich auf die angrenzenden Sektionen oberhalb der Wanne auf. Dieser sorgt dafür, dass keine Feuchtigkeit in die Wand dringen kann. Ohne Abdichtung könnte der Bereich später schimmeln.
Möchtest Du in Deiner Badewanne duschen, dichtest Du die Wand entsprechend hoch mit Flüssigdichtung ab.
Schritt 2: Füße befestigen oder Träger aufstellen

Wenn Du eine Badewanne mit Füßen gewählt hast: Beginne damit, dass Du die Wanne auf den Kopf stellst. Du benötigst jetzt Wannenleisten und Füße.

Lege einen Schutz (beispielsweise eine Decke oder die Kartonverpackung) unter die umgedrehte Wann, um sie nicht zu verkratzen.
  • Zunächst musst Du die Wannenleisten am Boden der Badewanne montieren. Beachte dabei die Markierungen und Angaben des Herstellers und verwende nur die dafür vorgesehenen, mitgelieferten Schrauben.
  • Anschließend schraubst Du die Wannenfüße locker in die Leisten ein und justierst sie schon ein wenig. Sie werden später einzeln ausgerichtet, damit die Badewanne später einhundertprozentig geradesteht.
  • Drehe die Wanne dann wieder um.
Achte darauf, dass die Füße den späteren Wandanschluss oder die Installation des Abflusses nicht behindern.

Hast Du eine Badewanne mit Wannenträger gewählt, ist dieser Schritt besonders einfach: Stelle den Träger an die vorgesehene Badewannen-Position. Eventuell musst Du an den passenden Stellen Aussparungen für An- oder Überlauf vornehmen.

Schritt 3: Ablauf und Überlauf anbringen
  • Baue nun die Ab- und Überlaufgarnitur zusammen und befestige sie an der Wanne.
  • Richte Dich dabei exakt nach den Angaben des Herstellers und denke an die Dichtungen und das Festziehen der Schrauben.
  • Wenn Du einen Wannenträger verwendest, kannst Du die Badewanne nun in den Träger einsetzen.
Teste den Siphon zu diesem Zeitpunkt schon ein erstes Mal auf Dichtheit. Das erspart Dir viel Ärger im Nachgang.
Schritt 4: Ausrichten

Jetzt ist es Zeit, die Badewanne sauber auszurichten. Prüfe dazu mit der Wasserwaage, ob sie absolut eben steht. Bei einer Badewanne mit Wannenfüßen justierst Du diese einzeln so lange, bis die Waage im Lot ist. Den Wannenträger mit Wanne richtest Du ebenfalls nach der Wasserwaage aus. Im Idealfall verwendest Du diesen nur bei ebenem Boden und musst nichts weiter unternehmen.

  • In einigen Fällen werden nun Wannenleisten auch an der Wand eingesetzt.
  • Diese montierst Du an der Wand lotgerecht nach Herstellerangabe und hängst dann die Badewanne ein.
  • Die Leisten garantieren Dir zum einen eine saubere lotgerechte Fixierung und geben zum anderen zusätzlichen Halt.
Schritt 5: Dichtband

Damit später nichts schimmelt oder Feuchteschäden entstehen, musst Du nun alles genau abdichten.

  • Dazu erhalten all diejenigen Ecken Deiner Badewanne, die zu beiden Seiten an eine Wand grenzen, erst einmal sogenannte Dichtungsecken.
  • Hier bietet der Fachhandel speziell geformte Modelle, die einfach bündig mit der Unterkante des Badewannenrands aufgeklebt werden.
  • Versieh zusätzlich jede Badewannenseite, die an eine Wand grenzt, mit Dichtungsband und anschließend mit Schallschutzband, um Schallbrücken zu vermeiden.
  • Dazu klebst Du die Bänder ebenfalls bündig mit der Unterkante des Badewannenrandes auf und lässt sie zunächst nach oben stehen.
  • Besonders praktisch sind speziell dafür vorgesehene Dichtsets, die alles Nötige enthalten. So musst Du keine spezielle Einkaufsliste erstellen und hast alles direkt zur Hand.
Lass das Dichtungsband einfach nach oben überstehen. Zudem sollten sich Dichtungsband und Dichtungsecken circa fünf Zentimeter überlappen. Das gelingt am besten, wenn Du an einer Dichtungsecke mit dem Aufkleben beginnst.
Schritt 6: Siphon anschließen und Dichtheit prüfen

Nun verbindest Du den Ablauf mit dem Abflussrohr in der Wand. Ganz wichtig: Das Rohr muss ein ausreichendes Gefälle (zwei Zentimeter pro Meter) haben, um einen funktionierenden Ablauf zu gewährleisten. Stütze das Rohr falls nötig mit Styroporstücken oder Holzteilen ab. Verwende bei Bedarf Gleitmittel für das Zusammenschieben der Rohre.

  • Wenn Du Rohre kürzen musst, verwende eine Säge mit feinem Sägeblatt und entgrate die Rohrränder nach dem Schnitt mit einer Feile.
  • Unsaubere Ränder führen dazu, dass sich die Rohre schlecht zusammenschieben lassen.

Vor der Fertigstellung Deiner neuen Wanne solltest Du nun die Dichtheit prüfen, indem Du Wasser in die Wanne laufen lässt. Fülle sie bis zum Überlauf und lasse das Wasser zunächst nicht wieder ablaufen. Auch für die Verkleidung sollte die Wanne gefüllt sein, damit sie sich nicht später senkt.

Nichts tropft? Wunderbar – dann kannst Du Dich an die Fertigstellung machen.

Schritt 7: Dichtband einarbeiten

Dein Dichtband steht immer noch nach oben über. Um es absolut dicht mit der Wand zu verbinden, streichst Du den Bereich der angrenzenden Wände oberhalb der Badewanne noch einmal mit Flüssigdichtung.

  • Sofort nach dem Anstrich – wenn dieser noch ganz feucht ist, klappst Du das Dichtband nach oben und arbeitest es in den Anstrich ein.
  • Dichtband und Anstrich sollten sich zu einer Einheit verbinden.
  • Es dürfen keine Lücken verbleiben. Eventuell überstreichst Du das Band noch einmal, damit alles vollständig dicht ist.
Damit beim Überstreichen die Flüssigdichtung nicht den Wannenrand verunreinigt, kannst Du ein weiteres Stück Schallschutzband auf den Rand aufkleben. So lassen sich auch Fliesen im Nachgang besser aufsetzen, denn das Band bildet bis zum Antrocknen des Fliesenklebers eine Basis und verhindert ein Abrutschen nach unten. Beim Aufbringen der Silikonfuge wird das Band später einfach abgezogen.
Schritt 8: Armaturen anbringen

Willst Du die alten Badewannenarmaturen beibehalten oder durch neue ersetzen? Wenn es neue Armaturen sein sollen: Stelle zunächst das Wasser ab und entferne die Blindstopfen. Schraube dann die S-Anschlüsse in die Wandscheiben. Der Abstand zwischen den Gewinden sollte der Breite der Armatur entsprechen. Schraube nun die Armatur auf die Anschlüsse und bringe dann den Auslauf und den Brauseschlauch an. Teste alles auf Dichtheit, indem Du Wasser hindurchlaufen lässt.

Verwende unbedingt eine Armaturzange mit Schonbacken und beuge Kratzern auf Deiner Armatur vor.
Schritt 9: Badewanne verkleiden

Bei einer Badewanne mit Füßen brauchst Du eine passende Verkleidung als Fliesen-Grundlage. War früher das Badewannen Einmauern mit Mauersteinen gängig, erfolgt das Verkleiden heute eher mit Styroporplatten, Gipskarton oder Porenbeton.

  • Säge dazu das Material Deiner Wahl zurecht – mit dem Cuttermesser bei Styropor und Gipskarton und dem Fuchsschwanz bei Porenbeton.
  • Gebe eine ausreichende Menge Kleber auf den Boden, die Wand und die Wanne, an der die Platten oder Steine festgeklebt werden sollen. Verwendest Du Porenbeton, solltest Du den Kleber nach und nach verteilen. Anfangs auf Boden und den unteren Bereich der Wand, später auf den oberen Bereich der Wand und zum Schluss an der Wanne.
  • Bringe nun die Steine oder Platten an. Porenbetonsteine werden auch untereinander verklebt und im Verbund gesetzt.
  • Rechne die Dicke der späteren Verfliesung bei Deiner Verkleidung mit ein. Sie sollte dem Abstand von Badewanneneinmauerung zum Badewannenrand entsprechen.
  • Achte auf die Ecken: Alles muss bündig abschließen. Die Kante wird später meist mit einem Dekorprofil verkleidet.
  • Überprüfe die genaue Ausrichtung der Platten oder Steine, bevor der Kleber beginnt auszuhärten. Verwende eine Wasserwaage und achte darauf, dass der Abstand zur Badewanne überall gleich ist. Korrigiere, falls nötig.
  • Lasse den Zugang zum Ablauf abnehmbar – in Form einer Revisionsklappe.

Eine weitere Möglichkeit der Verkleidung sind sogenannte Wanneneinbauelemente. Sie lassen sich mit Stellschrauben zwischen Wanne und Boden stabil verkeilen. Die Elemente werden passend zugeschnitten, dann verklebt, ausgerichtet und zum Schluss mit Stellschrauben festgesetzt.

Eine genaue Anleitung findest Du beispielsweise hier https://www.wedi.net/anwendungsbereiche/verarbeiten/verkleiden/wannen-verkleiden/

Jetzt zeigt sich der große Vorteil einer Badewanne mit fertigem Träger: In vielen Fällen lässt sich der Träger direkt befliesen und Du kannst diesen Schritt überspringen.

Schritt 10: Fliesen und Silikonfugen

Deine Ummauerung oder Deinen Träger kannst Du nun befliesen. Ebenso das Wandstück oberhalb der Badewanne. Eine Anleitung dazu findest Du beispielsweise hier: https://toom.de/selbermachen/bad-sanitaer/fliesen/fliesen-legen/.

  • Sind die Fliesen angebracht und verfugt, ziehst Du zum Schluss noch Silikonfugen zwischen Badewanne und Fliesen, Wand und Wanne und zwischen Wanne und Boden.
  • Das zweite Schallschutzband kann dazu vorab entfernt werden.
  • Die Badewanne sollte mindestens zur Hälfte mit Wasser gefüllt sein.
  • Um saubere Ränder zu erhalten, kannst Du Kreppband zum Abkleben verwenden.
  • Ziehe dann die Fugen mit Sanitärsilikon nach und glätte das Silikon mit einem Fugenglätter.
  • Lasse alles gut trocknen.
Tauche den Glätter immer zwischendurch in ein Wasser-Spülmittel-Gemisch. Das sorgt für perfekte Gleitfähigkeit.

Deine alte Badewanne kannst Du entweder noch selbst nutzen, verschenken oder aber entsorgen:

  • Eine schöne Möglichkeit ist beispielsweise die Verwendung als Blumenbeet oder im Boden eingelassener Miniteich beziehungsweise Mini-Pool im Garten.
  • Auch bei Sommerpartys macht sich eine Badewanne als Getränkekühler gut.
  • Möchtest Du das alte Schätzchen nicht im Garten haben, dann frage einen Bauern in Deiner Nähe, ob er Verwendung dafür hat. Alte Wannen werden bei frei laufenden Tieren gerne als Tränke verwendet.
  • Sollte das alles für Dich nicht infrage kommen, entsorge Deine alte Wanne beim Wertstoffhof.

Möchtest Du Dein Badezimmer möglichst barrierefrei gestalten, kaufst Du am besten gleich eine Wanne mit Badewannentür. Möchtest Du nachträglich eine Tür in die Badewanne einbauen, ist auch das möglich. Mehrere Anbieter verkaufen Badewannentüren für den nachträglichen Einbau. Das Nachrüsten ist innerhalb weniger Stunden möglich – auch bei Eckbadewannen. Bei fachgerechter Umsetzung ist die Badewannentür absolut wasserdicht. Das Video zeigt den Einbau beispielhaft:

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Liegt ein Pflegegrad vor, kannst Du für die Nachrüstung der Tür für die Badewanne sogar einen Zuschuss von der Pflegekasse beantragen.

Die Kosten für den nachträglichen Einbau einer Tür in Badewannen liegen im vierstelligen Bereich. Rund 1.500 bis 4.000 Euro sind – je nach Arbeitsaufwand und Materialwunsch – ein realistischer Preis.

Die Kosten für den Badewanneneinbau umfassen Materialkosten und gegebenenfalls Handwerkerkosten, falls Du die Arbeiten nicht selbst erledigen, sondern bei Profis beauftragen möchtest. Die Gesamtsumme hängt von mehreren Faktoren ab. Darunter:

  • Art der Badewanne / Armatur
  • Ohne Wannenträger (günstiger) oder mit Träger (meist teurer)
  • Standort (sind Anschlüsse an passender Stelle vorhanden, ist der Einbau preiswerter)
  • Mit oder ohne Entsorgung der alten Badewanne
  • Anfahrtsweg der Handwerker

Eine Standardbadewanne inklusive Verkleidung kostet etwa 500 Euro. Hinzu kommen die Armaturen und Kleinmaterial zur Montage, wodurch weitere 100 bis 200 Euro anfallen können. Wünschst Du Dir eine exklusive Whirlwanne oder eine edle Holzbadewanne mit luxuriöser Badewannenarmatur, sind den Preisen nach oben hin kaum Grenzen gesetzt.

  • Die Installationskosten durch einen Fachbetrieb hängen direkt vom Aufwand ab und starten in der Regel bei etwa 250 Euro.
  • Soll zusätzlich eine alte Badewanne ausgebaut und entsorgt werden, steigen die Kosten entsprechend.
  • Willst Du Deine Badewanne nachträglich einbauen und der Wasseranschluss sowie die Abwasserleitung müssen dafür erst verlegt werden, ist der Einbau deutlich aufwändiger und somit teurer.

Lässt Du eine Badewanne einbauen, sind bei Standard-Systemen Gesamtkosten von mindestens 1.000 bis 1.500 Euro üblich.

Vicky Kottkamp Portrait
Vicky Kottkamp
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