Einrichtungsideen Wohnzimmer: Mehr Behaglichkeit im Eigenheim

Wir verbringen heute im Durchschnitt neunzig Prozent unserer Zeit in Innenräumen. Ein großer Teil davon entfällt auf unser Zuhause und den Haupt-Aufenthaltsraum: das Wohnzimmer. Kein Wunder also, dass Du Dein Wohnzimmer so gemütlich und behaglich wie möglich gestalten möchtest. Wir verraten Dir individuelle Einrichtungsideen für Dein Wohnzimmer und konkrete Tipps, damit Du Dich so richtig wohlfühlen kannst.
Grundregeln für behagliches Wohnen
Ja, es gibt sie wirklich – die sogenannten „Kennzahlen der Behaglichkeit“. Dabei handelt es sich um Bezugsgrößen für klimatechnische Faktoren, die Dir statistisch gesehen ein behagliches Wohnen ermöglichen. Denn so individuell Wohlfühlen auch ist, so standardisiert sind Deine physischen Voraussetzungen. Und diese werden entscheidend durch folgende Faktoren beeinflusst:
- Temperatur der Raumluft und der Wandoberflächen
- Luftfeuchte
- Luftqualität
- Luftbewegung
- Gerüche
- Luftwechselrate
Die Temperatur ist dabei am wichtigsten. Sie sollte zwischen zwanzig und dreiundzwanzig Grad Celsius liegen. Im Sommer sind Menschen toleranter und akzeptieren bis zu sechsundzwanzig Grad in ihrer Komfortzone. Auch die Umschließungsflächen des Raumes spielen eine Rolle, denn Du stehst mit diesen Flächen im Strahlungsaustausch. Haben Bauteile wie Fenster, Wände, Decken und Böden eine Oberflächentemperatur von 18 bis 19 Grad Celsius fühlst Du Dich wohl.
Alle Wohlfühlfaktoren auf einen Blick:
- Raumlufttemperatur zwischen 20 und 23 Grad Celsius im Winter
- Umschließungsflächentemperatur zwischen 18 und 19 Grad Celsius
- Luftfeuchtigkeit bei mindestens 40 ideal bei 55 Prozent
- Keine Zugluft (Luftgeschwindigkeit unter 0,3m/s)
- Frische Luft/niedrige CO₂-Konzentration (unter 0,1 Volumen-Prozent)
- Geruchsfrei
- Regelmäßig nachgelüftet
Mehr Informationen zur thermischen Behaglichkeit findest Du in der Publikation der HafenCity Universität Hamburg (HCU) und dem Institut für Energie und Gebäude (ieg) unter https://rom-umwelt-stiftung.de/wp-content/uploads/2006/02/Dokumentation_Thermische_Behaglichkeit.pdf)
Farben im Wohnzimmer und ihre Wirkung
Du bist unsicher, welche Farben Du für Dein perfektes Wohnzimmer wählen sollst? Das hängt zum einen maßgeblich davon ab, welche Farben Dir liegen. Denn Du musst Dich wohlfühlen. Grundsätzlich sind bei der Farbwahl im Wohnzimmer keine Grenzen gesetzt. Du kannst ganz bewusst Akzente platzieren, die eine unmittelbare Auswirkung auf Deine Psyche haben. Ein paar Basisregeln gilt es dennoch zu beachten, wenn Du Dein Wohnzimmer wirklich anheimelnd gestalten willst:
- Stimme Wand- und Möbelfarbe aufeinander ab. Bleibst Du in einer Farbfamilie, wirkt der Wohnraum besonders harmonisch. Setzt Du auf starke Kontraste, beschränke Dich auf zwei Grundfarben – Haupt- und Nebenfarbe. So bringst Du gleichzeitig Ruhe und Spannung in Dein Interior-Design.
- Wähle bei kleinen Räumen helle, kühle Farben, die optisch vergrößern.
- Große Räume wirken mit dunklen, warmen Farbakzenten gemütlicher.
- Beachte die Lichtverhältnisse: Zeigt Dein Wohnzimmer nach Süden und ist es meist lichtdurchflutet? Kühle Farbtöne wie Blau, Lindgrün oder Grau kommen gut zur Geltung. In nördlich ausgerichtete, lichtärmere Räume bringst Du mit warmen, kräftigen Farben mehr Behaglichkeit.
- Hohe Decken lässt Du niedriger erscheinen, wenn Dein Anstrich ein Stück unterhalb der Decke endet. Niedrige Räume streckst Du mit vertikalen Farbbahnen. Schmale Räume wirken mit Querstreifen breiter.
Farben wirken sich nicht nur auf das Raumempfinden, sondern auch auf Dein persönliches Wohlbefinden aus.
In der Farbpsychologie ist die Wirkung von Farbtönen längst belegt und wird in öffentlichen Räumen schon seit Jahren bewusst eingesetzt:
- Weiß ist klassisch, edel und neutral. Es macht kleine Räume größer und dunkle Räume heller. Es eignet sich darum perfekt für Farbkombinationen, Akzente oder als Basis für Designmöbel.
- Grau ist ähnlich neutral wie Weiß und passt sich fast allen Einrichtungsstilen an. Es kann modern oder sehr elegant wirken, aber auch zurückhaltend, hell und ganz klassisch. Je kleiner Dein Wohnzimmer, desto heller sollte der Grauton sein.
- Schwarz kann auf die Stimmung schlagen oder einen sehr edlen Akzent setzen beispielsweise als einzelne Wand. Schwarz ist nur bei großen Räumen zu empfehlen.
- Braun ist zeitlos. Seine Wirkung reicht von edel, beruhigend, wärmend und gemütlich zu rustikal und klassisch. Es lässt sich sehr edel mit hellen Cremetönen oder Weißnuancen kombinieren.
- Blau wirkt leicht, frei und sauber. Zudem vergrößert es optisch und kann sich positiv auf den Schlaf auswirken.
- Grün vermittelt Ruhe und Sicherheit und belebt zudem die Kreativität. Selbst kühle Grüntöne wirken gemütlich.
- Gelb wirkt sonnig und fröhlich. Die positive Farbe fördert Kreativität und Konzentration und eignet sich hervorragend für Wohnzimmer, in denen auch gearbeitet und gestaltet wird.
- Orange wirkt wärmend und stimmungsaufhellend. Es regt zudem den Appetit an. Räume mit wenig Licht werden so viel gemütlicher.
- Rot und Pink aktivieren und wärmen – wirken aber überdosiert auch unruhig. Speziell Rot löst schnell Aggression aus. Optisch verkleinern beide Farben den Raum. Daher setzt Du sie lieber nur punktuell ein.
- Rosa ist beruhigend und vergrößert optisch stark. Ideal für kleine Räume.
- Violetttöne fördern die Konzentration und hemmen den Appetit. In dunklen Nuancen verkleinern sie optisch den Raum.
Behagliches Licht im Wohnzimmer
Eine große Deckenlampe reicht für wirksame Gemütlichkeit nicht aus. Alle Lieblingstätigkeiten verdienen im Wohnzimmer eine passende Beleuchtung. Gehe in Gedanken durch Deinen Raum: Welche Stimmung möchtest Du erzeugen? Wozu benötigst Du in Deinem Alltag Licht und welche Funktionen sind Dir wichtig? Richte danach Dein Beleuchtungskonzept aus.
Im Wohnzimmer solltest Du direkte UND indirekte Lichtquellen verwenden.
- Zum Lesen benötigst Du vielleicht eine Leselampe neben Deinem Lieblingssessel.
- Zum Fernsehen eine indirekte Beleuchtung, die nicht ablenkt.
- Auch die Lichtfarbe spielt eine Rolle.
- Warmes Licht macht Dein Wohnzimmer besonders gemütlich, wohingegen kaltes Licht eine modernere Atmosphäre erzeugt.
- Konkrete Informationen von der Farbtemperatur (Kelvin) bis zur Steuerung von Licht im Wohnzimmer findest Du in unserem Magazinbeitrag über Beleuchtungskonzepte.
Du feierst gerne Partys? Moderne Lampen kannst Du per Knopfdruck auf Discobeleuchtung mit buntem Farbwechsel umstellen.
Ein Kamin als König der Gemütlichkeit
Nicht zu schlagen in puncto Gemütlichkeit ist der Kamin. Keine Lampe kann die behagliche Stimmung ersetzen, die ein Kaminfeuer Deinem Wohnzimmer verleiht. Dabei muss Dein Wohnzimmer gar nicht über einen Wandkamin mit Abzug verfügen. Heute kannst Du das unschlagbar gemütliche Ambiente auch mit Nachrüstmodellen herbeizaubern, die ebenso schön sind wie das Original. Ausgewählte Anregungen findest Du hier: https://www.edle-bauelemente.de/bauelemente/oefen-kamine/
Ein großes Wohnzimmer ist ein Traum – aber oft einfach nicht zu realisieren. Keine Sorge, auch kleine Wohnzimmer können gemütlich sein. Oft ist die geringe Größe für die Gemütlichkeit sogar ein Plus, denn kleine Räume strahlen meist besondere Behaglichkeit aus. Damit Dein Wohnraum nicht beengt wirkt, solltest Du allerdings
- Mit dunklen und warmen Farben sparsam sein.
- Den Raum nicht mit Möbeln überfrachten.
- Nur einzelne Farbakzente setzen.
- Dich auf zwei Farbtöne beschränken.
- Von unten nach oben heller werden.
Wirf ergänzend einen Blick in unseren Ratgeber über Feng-Shui. Darin findest Du weitere Einrichtungsideen für Dein Wohnzimmer und weitere Räume.


