E wie edel

Nichts auf dieser Welt ist von Bestand, aber es könnte beständiger sein. In diesem Zusammenhang erleben selbst Begriffe eine Metamorphose, die zum Anfang ihrer Erscheinung einen komplett anderen Bedeutungsinhalt hatten. Edel, wie „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“ ist ein veralteter Ausdruck für adlig und kann mit der verstaubten Aristokratie heutzutage nicht mehr viel gemein haben. Vielmehr bedeutet edel diesseits erlesene Hochwertigkeit oder Harmonie, also eine Eigenschaft mit der die Bestimmung eines Dinges nochmals hervorgehoben wird. Im subjektiven Sinne wird der veraltete Begriff diesbezüglich nur noch für eine gute Gesinnung und Haltung genutzt, die ebenfalls eher hinterfragt werden könnte.

In der traditionellen Logik Symbol für eine verneinende Allaussage!

Tritt ein bestimmter Gestaltungswille offenkundig zutage und übt einen permanenten Bruch in der bis dato vorherrschenden Sichtweise aus, so wird zumeist von einer neuen Kunstepoche gesprochen. Als Avantgarde lösen sich diese Strömungen von alten politischen und künstlerischen Wertvorstellungen sowie ästhetischen Normen, die oftmals radikal sind. Auch ein edler Ausdruck kann somit Avantgarde sein, wenn er sich nur weit genug von vorherigen Sichtweisen löst. Dies gilt in diesem Sinne auch für innerstädtische Architektur.

Die Hochwertigkeit im Ausdruck edel!

Mit dem Präfix „edel“ werden Gegenständen, Stoffen sowie Designkonzepten Alleinstellungsmerkmale zugewiesen, deren Hochwertigkeit überzeugend ist. Das beste Beispiel ist die Trennung der chemischen Elemente in Edelmetalle und unedle Metalle. So gehören die Edelmetalle Gold, Silber und Platin zu den Metallen, die sporadisch rein(metallisch) in der Erde vorkommen. Dies gilt z.B. ebenso für Kupfer oder für Meteoreisen aus Eisenmeteroiten. Die Korrosionsbeständigkeit der Edelmetalle ist ihrer geringen Reaktionsfreude zu verdanken. Elemente können jedoch durch Passivierung auch veredelt werden, sodass sie Eigenschaften von Edelmetallen erhalten, die diese teilweise sogar übertreffen. Hierzu zählen zum Beispiel Titan, Vanadium, Chrom und Silizium.

Allen Eigenschaften von Stoffen, die als edel bezeichnet werden, liegt somit eine besondere Hochwertigkeit zugrunde, welche diese von ähnlichen Stoffen unterscheidet. Edelholz, wie Mahagoni, Teak oder Schwarznuss zeichnen sich durch eine ausdrucksvolle Farbgebung aus, die durch markante Maserungen einen schönen Charakter erhalten. Des Weiteren unterscheiden sich Edelhölzer zumeist in der Dichte von anderen Holzmaterialien, wodurch diese eine längere Beständigkeit haben.

Eine neue Formenschule – die Rückbesinnung auf die Form!

Die Moderne, welche als Begriff zum ersten Mal im Naturalismus verwendet wurde, war ein Bruch mit den bis dato vorherrschenden Traditionen. Das 1919 von Walter Adolf Georg Gropius gegründete Bauhaus ging sogar noch einen Schritt weiter und führte eine neue Formensprache in nahezu sämtlichen Bereichen der handwerklichen und bautechnischen Tätigkeit ein. Die Formbezogenheit der Gegenstandssprache war zwar einfach und klar, deswegen aber nicht minder edel. Vielmehr wurde diese Formensprache zu einem neuen Designkonzept.

Die Postmoderne, welche im Jahr 2000 gemeinhin als abgeschlossen galt, ist vermehrt durch den Minimalismus und Dekonstruktivismus ersetzt worden, der seine Zukunft eher in der sogenannten High-Tech-Architektur sieht. Demgegenüber wurden ab 2007 immer mehr Stimmen laut, welche die zunehmende Zerstörung der Umwelt und das nachhaltige Bauen wieder in das Zentrum der Architektur rückte. Das bereits 1975 gebaute ökologische Wohnhaus ist seit dem wieder in den Fokus des Interesses gelangt, dessen Ausführung immer mehr Befürworter erhält. Biologisch abbaubare Baustoffe, eine ökologische Standortfindung sowie eine nachhaltige Entwässerung sind nur einige wesentliche Punkte dieses Baukonzeptes.

Bildquelle: Joao Tzanno – Unsplash.com

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