Gartentor einbauen – eine ausführliche Anleitung

Willst Du Dein Grundstück vor unerwünschten Blicken oder unerlaubtem Eindringen schützen, kommst Du an einer Einfriedung kaum vorbei. Oft ist dann ein Zaun das bevorzugte Mittel der Wahl. Damit Du selbst Deinen Garten betreten und dennoch sichern kannst, ist an mindestens einer Stelle ein Gartentor nötig. Der Einbau desselben ist dabei nicht viel komplizierter als das Aufstellen des eigentlichen Zaunes. Was Du beim Gartentor einbauen beachten musst und welche Möglichkeiten und Regeln es gibt, erfährst Du in dieser ausführlichen Anleitung.
Gartentor einbauen mit Pfosten und Beton
Unabhängig davon, welches Material Du für Deinen Zaun und Dein Gartentor wählst, den Pfosten solltest Du besondere Aufmerksamkeit schenken. Denn sie garantieren nicht nur den Halt des Zaunes. Insbesondere beim Einbau Deines Gartentores ist eine ausreichende Stabilität der Torpfosten vonnöten, um nicht nur einen festen Stand, sondern auch ein sicheres Öffnen und Schließen zu gewährleisten.
- Ist Dein Gartentor in Deinen Zaun integriert, wirst Du in der Regel beide Torpfosten einbetonieren.
- Bei einer Montage zwischen Hauswand und Gartenzaun kann eventuell ein Pfosten direkt an der Hauswand montiert werden.
- Erlaubt der Untergrund des Grundstücks keinen Beton, kannst Du alternativ die Torpfosten mithilfe von Fußplatten am Boden befestigen.
In dieser Anleitung stellen wir Dir das Einbetonieren vor. Willst Du ein Gartentor einbauen, ist das keine Zauberkunst, sondern folgt den gleichen Basisregeln.
Steht Dein Zaun noch nicht, solltest Du seinen genauen Verlauf markieren, damit Du den Standort Deines Gartentores und der zugehörigen Pfosten festlegen kannst.
- Dies gelingt Dir beispielsweise mit einer lotgerechten gespannten Schnur.
- So kannst Du die exakte Lage des Gartentores ausmessen und entlang der Schnur den Standort der Pfosten kennzeichnen.
- Plane für jeden Pfosten vierzig mal vierzig Zentimeter ein.
- Der Abstand der Topfosten entspricht der lichten Weite Deines Tors, also der Breite Deines Torflügels.
- Grab nun ausreichend große Löcher an den markierten Standorten.
- In der Regel sollte jedes Loch vierzig mal vierzig Zentimeter breit und achtzig Zentimeter tief sein. So wird das Fundament stabil.
- Verwende einen Spaten oder Erdbohrer.
- Verdichte das Erdreich anschließend, indem Du nachstampfst – beispielsweise mit einem dicken Stamm oder einem Handstampfer.
Informier Dich beim Händler über die Verankerung Deines Torsets und Besonderheiten bezüglich Gewicht und Größe des Gartentors.
Informationen über Deine Frosttiefe erhältst Du beispielsweise beim Deutschen Wetterdienst.
Sollte Dein Gartentor noch montiert werden müssen, erledige das jetzt nach Deiner Montageanleitung. Bei einem Metalltor wirst Du diesen Schritt sparen können. Schraube nun Dein Gartentor nach der Montageanleitung an die Pfosten.
- Stell Pfosten und Gartentor in Deine ausgeschachteten Erdlöcher.
- Stütze mit Rundhölzern oder Latten ab.
- Justiere die Höhe Deines Gartentores und richte Pfosten und Tor exakt nach Wasserwaage vertikal und horizontal aus.
- Fixier die Pfosten mithilfe von Schraubzwingen und zwei schräg gestellten langen Holzleisten und halte Dein Gartentor inklusive Pfosten so im Erdloch in Position.
Misch nun den Beton nach Herstellerangabe an. Das Betonieren erfolgt in zwei Schritten:
- Füll den Beton in das Erdloch des ersten Pfostens.
- Stich mit einem Metallstab, einer Kelle oder Ähnlichem mehrfach in den feuchten Beton, um Luft entweichen zu lassen und den Beton zu verdichten.
- Prüf nun mit der Wasserwaage noch einmal die Position Deines Gartentores. Ist alles lotgerecht, lass den Beton über Nacht trocknen.
Den zweiten Pfosten stellst Du entsprechend dem ersten auf. Miss auch hier noch einmal nach, ob alles lotgerecht ist und die Höhe stimmt. Dann mischst Du die zweite Hälfte des Betons unter den Sicherheitsvorkehrungen an und füllst ihn in das zweite Erdloch. Auch diesmal solltest Du wieder einstechen und so verdichten. Lass den Beton erneut vollständig aushärten.
Besitzt Dein Gartentor zwei Flügel, musst Du nun noch einen sogenannten Bodenriegel und die Auflaufstütze montieren. Für diese Vorrichtung muss – etwas weniger tief – ebenfalls ein Loch gegraben und der entsprechende Teil einbetoniert werden. Die Montageanleitung des Herstellers hilft Dir weiter und liefert Dir genaue Instruktionen.
Zaun- und Gartentor-Varianten
Ein Zaun mit Gartentor zeigt Grenzen auf und hindert Menschen und Tiere am unbefugten Zutritt auf Dein Grundstück. Er soll stabil sein, genau die richtige Höhe besitzen und vielleicht Sichtschutz oder auch Durchblick bieten. Wenn Du auf der Suche nach dem richtigen Zaun mit passendem Gartentor bist, solltest Du Dich vorab fragen, ob Dein Zaun und Tor:
- Offen oder geschlossen (durchsichtig oder blickdicht) sein sollen.
- Pflegearm oder pflegeintensiv sein sollen.
- Zur Bauweise des Hauses passen sollen.
- Nachhaltigkeitskriterien entsprechen.
- Einen bestimmten Look für Deinen Garten kreieren sollen.
- Einem gewissen Schutzniveau entsprechen sollten.
Hast Du diese Fragen für Dich beantwortet, bist Du Deinem Wunschzaun und Traum-Gartentor schon ein Stück näher. Dennoch fragst Du dich, wo genau die Besonderheiten, Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten liegen? Wir geben Dir einen Überblick.
Gartentore und Zäune aus Holz
Ein Holzzaun mit passendem Tor ist der Klassiker unter den Gartenzäunen. Das Naturprodukt fügt sich hervorragend in die Fauna des Gartens ein und passt zu nahezu jedem Häuserstil. Nicht umsonst sind Gartenzäune und Gartenore aus Holz seit Jahrhunderten so beliebt:
- Die lebendige Maserung und die charakteristischen Holzfarben gepaart mit den wetterfesten Eigenschaften ausgewählter Holzarten machen es zum Top-Kandidaten für den Außenbereich. Deswegen bietet der Handel eine Unzahl von Holzzaun- und passenden Holz-Gartentor-Varianten.
- Zudem lassen sich Holzzäune und Holz-Gartentore mit relativ wenig Aufwand individuell anpassen und gestalten. Du kannst Deinen Zaun und Dein Gartentor auf Dein Grundstück und Deine Gegebenheiten abstimmen.
- Verfügst Du über ein wenig handwerkliches Geschick, kannst Du Deinen Zaun und Dein Tor sogar vollständig selbst bauen, ohne auf Fertigelemente zurückzugreifen.
Einziger Wermutstropfen: Holz braucht regelmäßige Pflege in Form von Wetterschutzlasuren, Lack, Öl oder Wachs. Damit Du lange etwas von Deiner Einfriedung mit Durchlass hast, ist mindestens alle zwei Jahre ein Anstrich nötig. Achte für langlebige Holzelemente im Garten beim Kauf auf Folgendes:
- Das Holz sollte thermobehandelt und chromfrei kesseldruckimprägniert sein, um umweltfreundlich gegen Feuchtigkeit, Frost und Pilzbefall geschützt zu sein.
- Die Verarbeitung des Holzes sollte Formstabilität gewährleisten. Durch spezielle Schnitttechniken und Formgebung werden Zaun und Tor so feuchtigkeitsresistenter und formbeständiger, auch wenn das Holz arbeitet.
- Dein Holz sollte das Gütesiegel FSC (Forest Stewardship Council ®) besitzen. So kannst Du sicher sein, dass es in nachhaltiger Forstwirtschaft gerodet wurde.
Entscheidest Du Dich für einen Gartenzaun und ein Gartentor aus Holz, darfst Du folgende Vor- und Nachteile erwarten:
Vorteile Holzgartentore:
- Nachhaltiger, ökologischer Baustoff.
- Einzigartige natürliche Optik.
- Langlebiger, formstabiler Sichtschutz.
- Viele verschiedene Varianten in Form und Farbe erhältlich.
- Möglichkeit zur individuellen Anpassung und Gestaltung.
Nachteile Holzgartentore:
- Pflegeintensiv, da regelmäßig nachgestrichen werden muss.
- Kosten für Holz variieren.
Gartentore und Zäune aus Metall
Metall ist preiswert, robust und pflegeleicht. Für Deine Gartengestaltung kannst Du beispielsweise Tore und Zäune aus Draht oder Einstab- oder Doppelstabmatten verwenden. Metallzäune können zudem hervorragend mit rankenden Pflanzen begrünt oder je nach Ausführung auch mit Sichtschutzbändern versehen werden.
Der größte Vorteil liegt in der Stabilität: Ohne großen Aufwand schaffst Du mit Metall einen stabilen Zaun mit sicherem Tor, die so gut wie nicht gepflegt werden müssen. Eine gelegentliche Reinigung reicht bei entsprechend behandeltem Metall völlig aus.
Gartentore aus Metall werden deshalb nicht nur bei umgebenden Metallzäunen eingesetzt, sondern oft auch als Gartentorvariante bei Beton- oder Glaszäunen. Ihre zurückhaltende Optik lässt sich teilweise besser mit anderen Materialien kombinieren als Holztore.
Wenn Du Rost vermeiden willst, greif unbedingt auf feuerverzinkten und kunststoffbeschichteten Stahl, verzinkten Kerndraht oder kunststoffbeschichtetes Aluminium zurück.
Vorteile Metall-Gartentore:
- Metall ist formstabil.
- Es ist absolut pflegearm.
- Seine Haltbarkeit beträgt mehrere Jahrzehnte.
- Es ist farb- und witterungsbeständig.
- Dank der Kunststoffbeschichtung in vielen Farben erhältlich.
Nachteile Metall-Gartentore:
- Metall gehört zu den teuersten Zaun- und Tormaterialien.
- Sichtschutz ist meist nicht per se gegeben.
Gartentore und Zäune aus WPC
WPC (Wood Plastic Composite) ist ein Verbundwerkstoff, ein Gemisch aus Kunststoff und Holz. Das Material besitzt eine holzähnliche Optik, aber deutlich pflegeleichtere Eigenschaften. Es muss nicht gestrichen oder behandelt werden, nur ab und an gereinigt. Aufgrund seiner Stabilität eignet es sich auch als Windschutz. WPC-Gartentore und Zäune werden meist zueinander passend angeboten und sind in etlichen Farben und Dekors erhältlich. Anders als beim Holz bist Du beim WPC-Tor- und Zaunbau allerdings nicht ganz so flexibel, denn hier musst Du auf fertige Elemente zurückgreifen und bist an deren Größe gebunden.
Vorteile WPC-Gartentore:
- WPC ist stabil und strapazierfähig.
- Es ist pflegearm und umweltfreundlich.
- Es bildet keine Splitter und ist astfrei.
- In vielen Farben erhältlich.
- Witterungsbeständig, langlebig und feuchtigkeitsresistent.
Nachteile WPC-Gartentore:
- Weniger lebendig in der Optik als echtes Holz.
- Kann bei massiver Sonneneinstrahlung verblassen.
- Gehört zu den teuren Tor- und Zaunvarianten.
Höhe und Größe Deines Gartentores
Wie hoch und breit Dein Gartentor sein sollte, richtet sich zum einen nach praktischen Maßstäben und zum anderen nach rechtlichen und optischen Gesichtspunkten.
- Die Mindestbreite liegt bei ungefähr einem Meter, denn Deine Gartenbesucher und Du sollen bequem das Tor durchqueren können.
- Ist Dein Gartentor der einzige Zugang zum Garten, gilt es zu bedenken, dass eventuell sperrige oder größere Gegenstände durch Dein Tor passen müssen. Dann reicht ein Meter in der Breite nicht aus.
- Willst Du also beispielsweise mit der Schubkarre durch Dein Tor fahren oder später Deinen Garten ausbauen und mit Baugeräten, Baggern oder ähnlichem in Deinen Garten gelangen, ist ein zweiflügliges, großes Tor die bessere Wahl. Ein Meter zwanzig oder vierzig müssen es dann mindestens sein.
- Die Türflügel müssen übrigens nicht zwangsläufig die gleiche Größe aufweisen. Oft wird ein größerer Flügel mit einem kleineren feststehenden Flügel gewählt, der sich dann mit einer einfachen Arretierung lösen und ebenfalls bei Bedarf öffnen lässt.
Die optimale Höhe Deines Gartentores richtet sich ganz nach Deinen Wünschen:
- Soll Dein Garten einsehbar oder blickdicht gestaltet sein?
- Bestimme die Höhe Deines Gartentores nach der Zweckmäßigkeit und der Optik.
- Für besondere Sicherheit sollte Dein Tor so hoch sein, dass es schlecht zu überklettern ist.
- Für eine schöne Optik muss es außerdem zur Umgebung passen. Es darf weder eingequetscht noch verloren wirken und das Material sollte auf den Rest abgestimmt werden.
Bist Du Dir unsicher, zeichne Deinen Zaun im korrekten Maßstab einfach kurz auf. Du wirst schnell feststellen, ob ein niedriges Tor zu einem hohen Zaun oder ein schmiedeeisernes zu einer massiven Mauer passt. Im Normalfall befindet sich die Türklinke aus anatomischen Gründen auf einer Höhe von einem Meter. Mindestens so hoch ist ein Gartentor also, wenn Du ständiges Bücken vermeiden willst. Die obere Grenze wird maßgeblich von Baubestimmungen und dem umgebenden Zaun bestimmt.
Rechtliche Aspekte beim Einbau von Gartentoren
Kläre vor dem Setzen Deines Zaunes und Deines Gartentores unbedingt die rechtliche Situation Deiner ordnungsgemäßen Einfriedung. Die zuständige Baubehörde gibt Dir Auskunft darüber, ob Du eine Baugenehmigung benötigst.

- Zäune und Mauern im Garten sind nicht immer baugenehmigungsfrei und dürfen grundsätzlich nur in einer bestimmten Höhe errichtet werden.
- Die erlaubte Höhe ist in jedem Bundesland unterschiedlich.
- Relevant ist auch das Nachbarrechtsgesetz Deines Bundeslandes.
- Mach Dich schlau, welche Abstände und Höhen Du im Hinblick auf Dein Nachbargrundstück einhalten musst.
Zuletzt gelten außerdem örtliche Vorschriften. Das bedeutet, dass Du Dich unter Umständen an die „Ortsüblichkeit“ Deiner Gemeinde halten musst und Dein Gartentor oder Dein Gartenzaun nicht höher sein dürfen als die der Umgebung. So wird sichergestellt, dass das allgemeine Erscheinungsbild der Region einheitlich ist.

