Lebendiger Sichtschutz durch Bambus

Am 21. Mai 2015 von Edle-Bauelemente Redaktion in Allgemein und Garten

Bambus ist eine schnell wachsende Grünpflanze für den Garten und die Terrasse. Klein bleibende Arten fühlen sich in Pflanzkübeln auf dem Balkon wohl. Die Grünpflanze zeichnet sich durch einen schlanken Stamm und spitze längliche Blätter aus. Ein Großteil der Bambusarten ist nicht nur schnell wachsend, sondern auch sehr vermehrungsfreudig. Er verbreitet ein exotisches Flair und lädt zum Verweilen ein. Nicht zuletzt ist Bambus ein zuverlässiger Sichtschutz.

Der Unterschied

Die Bambusarten Phyllostachys und Fargesia unterscheiden sich im Wesentlichen nicht durch ihr Aussehen, sondern durch ihre Wurzelstöcke. Phyllostachys bildet schnell Ausläufer, die einen ganzen Bambuswald im Garten entstehen lassen. Fargesia-Arten bleiben dagegen im Wurzelwachstum begrenzt und vermehren sich nicht unterirdisch.

Soll eine Bambushecke einen Sichtschutz zum Nachbarn oder zur Straße bilden, dann sind Phyllostachys-Arten die bessere Wahl. Der Schirmbambus Fargesia eignet sich besonders als Solitärpflanze. Fargesia murielae ist der Ur-Schirmbambus. Er unterliegt einem 80-jährigen Zyklus. Aller 70 Jahre stirbt der Bambus nach der Bildung von zahlreichen Blüten und Samen ab. Eine komplett neue Generation entsteht.

Verschiedene Arten

  • Phyllostachys bambusoides wird sechs bis neun Meter hoch, besitzt dunkelgrüne glänzende Halme und ist nur bedingt winterfest.
  • Phyllostachys Castillonii zeichnet sich durch gelbe Halme mit breiten grünen Streifen aus. Die Pflanze bevorzugt das milde Klima von Weinbergen.
  • Phyllostachys Tanake besitzt dunkelgrüne Halme mit schwarzen Flecken.
  • Phyllostachys iridescens ist durch gestreifte Halme und rötliche Sprossenblätter sehr dekorativ.
  • Phyllostachys viridiglaucescens ist mit drei Zentimetern recht dickhalmig. Die Sorte mit tiefgrün glänzenden Halmen wächst in unseren Breiten am höchsten.

Zu den kleinwüchsigen Sorten zählen Chimonobambusa marmorea (marmorierte Hüllenblätter), Shiroshima (gelbgrün gestreifte Blätter), Indocalamus latifolius (grüne Halme mit extrem großen Blättern) und Sasa kurilensis (breitwüchsig mit grünen Blättern). Kleinwüchsige Bambusarten werden nur bis zu zwei Metern hoch, während großwüchsiger Bambus eine Höhe zwischen sieben und neun Metern erreichen kann. Für hohe Hecken oder als Sichtschutz eignen sich alle Phyllostachys-Arten. Tipps und Informationen dazu bietet Bambushecken.de. Fargesien werden eher als dekorative Solitärpflanzen eingesetzt.

Wachstum und Schnitt

Bambus ist äußerst schnellwüchsig. Er schiebt ohne Unterlass immer wieder neue Halme nach oben aus seinem Stamm. Das Wachstum beginnt im Mai und hält bis zum Oktober an. Bambus können Sie daher immer im März, vor Beginn der Vegetationsperiode, zurückschneiden. Aller vier bis fünf Jahre ist ein komplettes Auslichten erforderlich. Dazu werden die Halme in Bodenhöhe abgeschnitten. Bambus, der in der Höhe gekürzt wird, wächst buschiger weiter. Das typische Erscheinungsbild einer Bambushecke erreichen Sie durch das Herausschneiden von hohen Halmen.

Bambus pflanzen

Die Standortansprüche der einzelnen Arten sind unterschiedlich. Einige Arten benötigen einen sonnigen Standort. Andere gedeihen eher im Halbschatten. Der Boden sollte für das enorme Wachstum humushaltig und wasserdurchlässig sein. Optimal sind sandig lockere Böden. Schwere Böden können durch die Zugabe von Humus, Sand oder spezieller Bambuserde aufgelockert werden.

  1. Wässern Sie den Wurzelballen vor der Pflanzung ausreichend.
  2. Das ausreichend große Pflanzloch wird vor dem Einpflanzen von Phyllostachys-Arten mit einer Wurzelsperre versehen. Die Rhizomsperre verhindert eine unkontrollierte Ausbreitung.
  3. Geben Sie eine Schicht lockere humushaltige Erde ins Pflanzloch und setzen Sie den Bambus ein.
  4. Nun gießen Sie die Pflanze kräftig an.

Bambus kann über die gesamte Vegetationsperiode gepflanzt werden. Im Sommer besteht ein erhöhter Wasserbedarf. Wird Bambus erst im Oktober gepflanzt, dann benötigen die Pflanzen einen Winterschutz. Bambus toleriert eine längere Lagerzeit vor dem Pflanzen, wenn er ausreichend gewässert wird.

Düngen

Der Nährstoffbedarf von Bambus ist hoch. Die Pflanze wird mindestens zwei Mal im Jahr gedüngt. Eine Düngergabe vor Beginn des Austriebs sorgt für kräftigen Wuchs. Im Spätsommer sind die Düngervorräte aufgebraucht. Düngen Sie den Bambus dann zum zweiten Mal. Die wichtigsten Nährstoffe für Bambus sind Stickstoff und Silizium. Zudem benötigt er weitere Nährstoffe aus einer mineralisch-organischen Düngung. Nach dem Düngen muss Bambus kräftig angegossen werden.

Der Bereich rund um den Bambus darf nicht mit Rindenmulch abgedeckt werden. Mikroorganismen entziehen dem Boden Stickstoff, wenn der Rindenmulch zersetzt wird. Der Bambus benötigt den Stickstoff aber für sein Wachstum. Räumen Sie abgefallene Bambusblätter nicht weg. Sie enthalten ebenfalls Stickstoff, der bei ihrer Zersetzung wieder in den Boden übergeht.

Winterschutz

Bambus ist mäßig bis stark winterfest. Einige Arten vertragen bis zu -30°C. Als Winterschutz reicht eine Decke aus Laub oder Stroh rund um die Pflanzstelle aus. An windigen Standorten bietet eine Vlieshaube oder eine Bastmatte zusätzlichen Schutz. Bambus ist immergrün. Die Blätter benötigen auch im Winter Wasser, damit sie nicht erfrieren. Erfrorene Blätter fallen im Frühjahr mit dem Neuaustrieb ab. Frisch gepflanzte Bambushecken benötigen in den ersten zwei Jahren einen Winterschutz.

Bambus als Hecke

Bambushecken wachsen sehr dicht. Sie bilden einen Sichtschutz und einen Windschutz. Die Hecke wächst sehr schnell und erreicht schon in wenigen Wochen eine enorme Höhe. Eine Hecke aus dichten Bambushalmen bietet vielen Tieren und Kleinstlebewesen Unterschlupf. Vögel bauen darin ihre Nester. Besonders im Winter ist die immergrüne Hecke ein zusätzlicher Blickfang.

Für eine Pflanzung als Hecke oder Sichtschutz eignen sich die bekannten Arten:

  • Pfeilbambus mit großen Blättern
  • Standing Stone mit besonders aufrechtem Wuchs
  • Campell, ein Schirmbambus mit dunkelgrünen Halmen

Als Pflanzabstand für eine Hecke gelten folgende Richtwerte:

Bei Pflanzen mit einem Wurzelballen bis 7,5 Liter werden zwei bis drei Pflanzen auf einen Meter Erdreich gesetzt. Bei größeren Pflanzen ab einem 10 Liter Container genügt alle 70 -100 cm eine Pflanze.

Beachten Sie den per Gesetz festgelegten Abstand zu den Grundstücksgrenzen, damit es keinen Ärger mit den Nachbarn gibt und Mauern von Gebäuden nicht durch im Wind schwingende Halme beschädigt werden. Eine Bambusstellage oder eine straff gespannte Schnur verhindern übermäßige Schwingungen. Bei der Planung einer Hecke werden die Pflanzen zuerst an den vorgesehenen Platz gestellt. So entsteht ein Gesamtbild und die Zwischenräume lassen sich noch korrigieren. Die Hecke müssen Sie nur in den ersten Jahren regelmäßig wässern. Später übersteht der Bambus auch Trockenzeiten.

Bambus in Kübeln

Kübel haben den Vorteil, dass Planungsfehler leichter korrigiert werden können und der Sichtschutz dem Bedarf angepasst werden kann. Ein geeignetes Pflanzgefäß sollte mindestens 60 Liter Erde fassen. Wählen Sie solche Pflanzen aus, die nicht höher als fünf Meter werden.

Winterharte Sorten, die im Kübel im Freien verbleiben können, sind:

  • Phyllostachys bisetti
  • Phyllostachys aureosulcata
  • Phyllostachys spectabilis
  • Fargesia rufa

Bambus in Pflanzkübeln benötigt mehr Wasser und mehr Dünger als im Freien wachsender Bambus.

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