Infrarotheizungen – für wen sind sie eine Alternative?

Infrarotstrahlung ist Teil des elektromagnetischen Lichtspektrums und für das menschliche Auge nicht sichtbar. Sie ist als eine Form von Strahlungswärme, die auch „Infrarot-Energie“ genannt wird, deutlich für den Menschen spürbar. Etwa 80% des einfallenden Sonnenlichts haben Wellenlängen von 2-13 Mikrometer, und befinden sich damit im Bereich der Infrarotstrahlung.

Bevor es detailliert um Funktion und die Vor- und Nachteile von Infrarotheizungen gehen soll, werfen wir zunächst einen Blick auf gängige Heizsysteme, die heute in Wohnungen und Häusern zum Einsatz kommen.

Arten von Heizungen im Vergleich

Verbreitet und bekannt sind vor allem Gas- und Ölheizungen, welche bereits sehr früh in der Geschichte der Heizsysteme und -technik zum Einsatz kamen. Gasheizungen werden mit brennbaren Gasen betrieben. Für den Altbau gelten sie als eine sinnvolle Investition. Sie sind relativ günstig in Anschaffung und Betrieb. In Neubauten zählen Gasheizungen zum Standard, werden hier aber mit weiteren Systemen wie beispielsweise Solarthermie kombiniert. Verbrannt werden vor allem Erdgas oder sogenannte Flüssiggase.

Ölheizungen werden durch die Verbrennung von Heizöl betrieben, das sich meist in großen Tanks gelagert, im Keller der Wohnräume befindet. Im Altbau sind sie nur dann sinnvoll, wenn es keinen Gasanschluss gibt, im Neubau werden sie heute bloß noch in Ausnahmefällen und in Kombination mit anderen Systemen eingesetzt.

Der Trend geht aber zu alternativen Systemen wie Pellet- oder Holzheizungen, die nachwachsende Rohstoffe für den Betrieb nutzen. Pelletheizungen gelten als besonders wirtschaftlich, benötigen aber auch viel Platz und sind teuer in der Anschaffung. Im Altbau finden sie ihren Einsatz bei erhöhtem Wärmebedarf.

Energiesparen beim Heizen

 

Wärmepumpenheizungen gelten ebenfalls als nachhaltig, da sie die benötigte Wärme ihrer Umwelt entziehen und sie mittels einer Wärmepumpe auf ein höheres Temperaturniveau anheben. „Umwelt“ kann in diesem Fall die umgebende Luft, Grund- und Oberflächenwasser oder auch das Erdreich sein. Wärmepumpenheizungen sind im Altbau nur dann wirtschaftlich, wenn diese über eine gute Dämmung verfügen. Eher finden sich Wärmepumpenheizungen in neuen Gebäuden, bei denen schon beim Bau auf eine gute Wärmeisolierung geachtet wurde. Leider sind die Anschaffungskosten für diese Art der Heizung relativ hoch.

Daneben kennt man noch Fernheizungen, die Gebäude mit Raumwärme und Warmwasser über unterirdisch verlegte Rohrsysteme versorgen. Als Wärmelieferant dienen häufig Heiz- oder Blockheizkraftwerke, die mit fossilen Brennstoffen befeuert werden. Wärme wird dort zentral erzeugt oder als Abwärme von Industrieanlagen verteilt. Da es sich um ein „Nebenprodukt“ handelt, das nicht extra produziert werden muss, gilt Fernwärme als vergleichsweise klimafreundlich. In Neubauten sind steigende EnEV- und KfW-Anforderungen mit Fernwärme oft leichter zu erfüllen. Allerdings muss abgeklärt werden, ob Fernwärme überhaupt verfügbar ist, da Wärmenetze meist nicht flächendeckend ausgebaut sind. Anbieter verweigern die Installation neuer Leitungen bei wirtschaftlich uninteressanten Abnehmergebieten häufig.

Eine Infrarotheizung erwärmt im Gegensatz zu herkömmlichen Heizungen nicht die Umgebungsluft, sondern die Gegenstände im Raum und wird über eine Stromquelle betrieben. Dabei hat die Infrarotheizung im Wohnraum denselben Effekt, den wir bei Sonne draußen erleben: Gegenstände absorbieren Wärme effektiver als Luft und heizen sich auf. Eine Infrarotheizung im Wohnhaus erwärmt also primär seine Wände, seine Möbel und alle weiteren Gegenstände, aber nicht die Luft.

Der Mensch erlebt die Wärme im Wohnraum in zweierlei Hinsicht – zum einen als direkte Wärme, wenn die Heizung ihn anstrahlt, zum anderen als indirekte Wärme, dadurch dass Wände und Möbel die absorbierte Wärme zurück in den Raum abgeben.

Infrarotheizungen finden ihren Einsatz als Alternative zu klassischen Heizsystemen sowohl in Neu- als auch in Bestandsbauten. Dort können sie als Primärheizsystem oder als sekundäres System in Kombination mit anderen Arten von Heizungen eingesetzt werden. Je geringer der Heizbedarf, desto attraktiver wird die Installation einer Infrarotheizung. Passivhäuser, Niedrigenergiehäuser oder KfW-Effizienzhäuser sind daher ideal für den Einsatz von Infrarotheizungen.

Infrarotheizungen, vielfältig in Form und Design

Mit den unterschiedlichen Arten von Infrarotheizungen lässt sich Wohnraum nicht nur besonders gut heizen, sondern auch individuell und flexibel gestalten. Dabei haben alle Varianten ihren Charme und bieten spezielle Vorteile in Funktion und Design.

Die elektrische Infrarot Fußbodenheizung wird in Form von Faser- oder Heizmatten verlegt. Der Fußboden kann die Heizungswärme speichern und wieder zurück in den Raum abgeben. So kann die Betriebszeit einer Infrarot Fußbodenheizung reduziert werden, ohne dass sich das spürbar auf die Temperatur im Raum auswirkt – ein Effekt der sich auch im Portemonnaie bemerkbar macht. Ein weiterer Vorteil liegt aber auch darin, dass Schäden durch den Austritt von Wasser vermieden werden, wie es gelegentlich beim Betrieb von wassergeführten Fußbodenheizungen passieren kann.

Ebenfalls ein Klassiker unter den Infrarotheizungen ist die Wand- bzw. Flächenheizung, die als klassischer Heizkörper, dekoratives Wandelement oder auch freistehend in ansprechenden Designs angeboten wird.

Daumen hoch für die Installation

Wenn wir über das Design sprechen, dann lassen sich an dieser Stelle auch die Möglichkeiten durch besondere Infrarotheizungen in Form eines Spiegels, eines Handtuchtrockners oder als Bild nennen. Die Variante als Spiegel findet ihren Einsatz bevorzugt in Badezimmer oder Flur. Die emaillierte Glasschicht der Infrarotheizung wird entsprechend überzogen und fungiert dann als Spiegel. Nach der Emaillierung einer Seite der Infrarotheizung spricht man von einer Glasheizung, die sich optisch perfekt ins Wohnbild integriert und nicht sofort als Heizung erkennbar ist.

Die Variante als Strahler findet man häufig in gastronomischen Betrieben im Einsatz auf Außenflächen. Die Strahler sind mobil und können flexibel positioniert werden um Menschen in ihrer Umgebung zu wärmen.

Vor- und Nachteile von Infrarotheizungen

Die Vorteile einer Infrarotheizung sind vielfältig und reichen von einem schnellen Wärmegefühl über ein gesundes Raumklima, das sich auch positiv auf eventuell vorhandene Feuchtigkeit im Mauerwerk auswirkt, bis hin zu attraktiven Anschaffungskosten und Einsparungen von Energie und Geld bei der Nutzung. Der Betrieb einer Infrarotheizung ist mit einem Sonnenbad im Freien vergleichbar und hat eine durchaus positive Wirkung auf Körper und Seele des Menschen. Die einfache Technik von Infrarotheizungen sorgt dafür, dass diese wenig störungsanfällig und damit besonders wartungsarm sind.

Nachteile sehen Fachleute aktuell lediglich in der Ökobilanz von Infrarotheizungen und in den nicht konstanten Preisen für Strom, der für den Betrieb einer Infrarotheizung zwingend notwendig ist. Für diejenigen, denen die Umwelt am Herzen liegt, empfiehlt sich die Abnahme von Ökostrom oder der Betrieb über eine Photovoltaikanlage um die Ökobilanz zu verbessern.

Anschaffungs- und Betriebskosten

Je nach Qualität der Infrarotheizung und Größe der zu beheizenden Fläche, liegen die Anschaffungskosten pro Gerät zwischen 100 Euro und 1.000 Euro. Auch die Berücksichtigung besonderer Designwünsche wirkt sich dabei auf die finale Summe aus.

Eine Infrarotheizung arbeitet durchaus effizient und wandelt den genutzten Strom so gut wie vollständig in Wärme um. Zur Ermittlung der zu erwartenden Kosten werden einfach Heizbedarf, Strompreis und jährliche Nutzungsdauer miteinander multipliziert.

Bei der Vielzahl an Möglichkeiten geht der Überblick schnell verloren. Fragen zur passenden Heizungsvariante und zu den zu erwartenden Kosten kommen auf. Einen exemplarischen Vergleich der Systeme und Kosten am Beispiel eines Einfamilienhaus-Neubaus findet sich hier.

 

Bildquelle: © fotomek – Fotolia.com

Bildquelle: © Wellnhofer Designs – Fotolia.com

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