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Es muss nicht immer echt sein – Holz-Optik-Terrassenbeläge im Vergleich

Balkon bepflanzen

Legen Sie Wert auf einen schönen Garten, kommen Sie an der dazugehörigen Terrasse nicht vorbei. Erst der gemütliche Platz an der Sonne macht das Urlaubsgefühl zu Hause perfekt. Bereits die Planung einer Terrasse ist oft ein langwieriger Prozess. Die Ausmaße und der optimale Standort sind schnell entschieden, doch die Wahl des passenden Belags ist kniffliger. Viele Gartenbesitzer schätzen insbesondere das warme Holz-Design und schwören auf die natürlich wirkende Optik, die sich hervorragend in den Garten integriert. Aber muss es deshalb auch wirklich Holz sein? Oder gibt es Alternativen?

Auf dem Markt existiert eine Vielzahl an unterschiedlichen Terrassenbelägen aus Holz oder in Holzoptik und alle von ihnen bieten Vor- und Nachteile in puncto Optik, Haltbarkeit, Nutzereigenschaften, Pflege, ökologische Gesichtspunkte, Wetterbedingungen und Preis. Wir gehen ins Detail und beleuchten die Pros und Kontras der Klassiker und neusten Materialien.

Terassenbelag

Immer schön, aber anfällig: Echtes Holz

Echtes Holz ist ein natürliches, nachwachsendes Material und macht die Terrasse urgemütlich. Als Terrassenbelag sind vor allem Holzdielen mit längs geriffelter Oberfläche beliebt, aber auch glatte Terrassendielen, Holzfliesen oder Kunststofffliesen mit Holzauflage sind erhältlich.

Terrassenholz wird nicht heiß, ist aber angenehm fußwarm. Die Verlegung benötigt eine luftige, stabile Unterkonstruktion, denn Holz verträgt keinen direkten Erdkontakt. Da das Material bei Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit arbeitet, darf Nässe nicht stehen bleiben. Aus diesem Grund sind Fugen bei der Verlegung ebenso entscheidend, denn sie sorgen für den nötigen Bewegungsspielraum. Diese Notwendigkeit stellt gleichzeitig einen Nachteil dar: Kleinteile, Essenskrümel und vieles andere verschwindet gerne in den Zwischenräumen.

Ein weiterer Nachteil ist die Pflege und Langlebigkeit. So schön Holz auch ist, es verfärbt sich schnell, muss regelmäßig entsprechend gegen Witterungseinflüsse geschützt werden und verrottet deutlich schneller als andere Terrassenbeläge. Die Langlebigkeit ist dabei vor allem abhängig von der Holzart und dem Standort der Terrasse. Ist sie überdacht oder weitestgehend geschützt vor Regen und Nässe oder liegt auf der sonnigen Südseite, können Sie ohne Weiteres zehn bis zwanzig Jahre mit Ihrer Holzterrasse glücklich sein.

Bei der Holzart wird zwischen Weichhölzern und Harthölzern unterschieden. Bei den populärsten Harthölzern, den Tropenhölzern Teak oder Bangkirai, fallen allerdings vor allem die ökologischen Gesichtspunkte ins Gewicht. Bei einer guten Holzwahl, optimalen Bedingungen und einer konstanten, liebevollen Pflege steht der schönen Holzterrasse auf lange Zeit jedoch nichts im Wege.

Auch Beläge aus heimischem Holz wie Douglasie, Lärche, Eiche oder Robinie sind optimal für die Terrasse geeignet und dank Druckimprägnierung resistent gegen Pilze. Die Weichhölzer (wie Douglasie) unter ihnen sollten allerdings jährlich mit Pflegeölen behandelt werden und können leichter splittern, was das Barfußlaufen unangenehmer macht.

Die Kunststoff-Alternative: WPC

Wood-Plastic-Composite (WPC) bezeichnet einen Mix aus Kunststoff und recyceltem Holz, Bambus oder Reisspelzen. Die Optik des Verbundstoffs ähnelt dem des natürlichen Holzes stark, aber WPC ist widerstandsfähiger und so pflegeleicht wie Kunststoff. Es splittert nicht und muss nicht geölt, imprägniert oder gestrichen werden. Zwanzig Jahre Haltbarkeit und mehr sind möglich. Genau wie Holz benötigt WPC bei der Verlegung eine stabile Unterkonstruktion und wird meist in Dielenform verlegt.

Großer Nachteil: WPC bleicht aus oder ändert fast immer seine Farbe bei Sonneneinstrahlung. Außerdem erhitzt sich der Terrassenbelag stark, was das Barfußlaufen im Sommer so gut wie unmöglich macht. Überdachen Sie Ihre Terrasse entsprechend oder verlegen WPC an einem schattigen Plätzchen, können Sie diese Einschränkung unter Umständen vernachlässigen. Eine sorgfältige Abwägung aller Standortfaktoren, Einflüsse und der Nutzungsweise ist daher wichtig.

Ökologische Gesichtspunkte spielen ebenfalls eine Rolle: Auch wenn WPC-Dielen teilweise als umweltfreundlicher gelten als Tropenholz, sollten Sie beim Kauf auf den Polyethylenterephthalat-(PET)-Anteil achten. Je höher er ist, desto schlechter für die Umwelt.
Linoleumboden - strapazierfähig und umweltfreundlich

Für die Ewigkeit gebaut: Betonsteinbeläge

Steine sind seit Jahrhunderten das perfekte Baumaterial, weil sie langlebig sind und jeder Witterung trotzen. Anders als Holz rotten sie nicht und können durch regelmäßiges Säubern wieder wie neu aussehen. Was aber, wenn Sie Holzoptik mögen? Steine sind heute in jedem erdenklichen Format und in zahlreichen Farben und Mustern erhältlich – seit kurzer Zeit auch als Betonstein in täuschend echter Holzoptik mit einer leicht glänzenden Oberfläche.

Der Untergrund für eine Steinterrasse muss gut verdichtet und tragfähig sein. Umfangreiche Erdarbeiten sind nötig. Die Verlegung selbst ist denkbar leicht und erfolgt in einem Schotter- oder Splittbett. Ist einmal alles gründlich vorbereitet und verlegt, haben Sie ein Leben lang Ruhe. Beton ist robust und wetterbeständig, er lässt sich imprägnieren und dadurch schmutzabweisend machen. Betonsteine sind außerdem leicht zu reinigen, können bei Sonneneinstrahlung aber heiß werden. Aufgrund der Fugen siedelt sich leider auch gerne Unkraut an.

Bei versickerungsfähigen Betonsteinen gilt die Terrassenfläche als nicht versiegelt und ist so für die Gebäudenebenkosten nicht relevant.
Schiebetüren

Täuschend echt: Feinsteinzeug

Als Feinsteinzeug werden Terrassenplatten aus circa zwei Zentimeter starker Keramik bezeichnet. Das Brennen bei hohen Temperaturen macht die heute outdoortauglichen Fliesen unempfindlich gegen Schmutz und Flecken. Die Verlegung erfolgt in Drainagemörtel und ist für Laien nicht unbedingt leicht zu bewerkstelligen. Daher sollte hier lieber ein Profi hinzugezogen werden. Eine Verlegung in Splitt ist zwar ebenfalls möglich, aber aufgrund des geringen Eigengewichts der Fliesen nicht zu empfehlen.

Eine Feinsteinzeug-Terrasse bietet zwei entscheidende Vorteile: Die befestigte und verfugte Fläche ist die pflegeleichteste unter allen Terrassenbelägen. Sie können Flecken einfach wegwischen. Die Optik ist der zweite Pluspunkt. Die Oberfläche kann so täuschend echt in allen erdenklichen Designs gestaltet werden, dass sie vom Original kaum zu unterscheiden ist. Der Holz-Look ist deshalb wirklich gelungen und kann auf Wunsch vom Wohnraum aus in der gleichen Optik nach draußen fortgeführt werden. So erzielen Sie ein wunderschönes durchgängiges Bild.

Als großer Nachteil der Keramik wird von Experten immer wieder die Frostbeständigkeit angeführt. Bei sehr niedrigen Temperaturen können Terrassenfliesen demnach wegplatzen. Aktuelle Produkte wirken dem jedoch entgegen: Die Feinporigkeit verhindert ein Eindringen von Wasser weitestgehend. Der so verringerte Wasseranteil in den Fliesen reicht deshalb nicht mehr aus, um sie bei Frost zur Ausdehnung und damit zum Zerplatzen zu bringen.

Auch für die Sicherheit sollte gesorgt sein: Gute Produkte werden rutschhemmend (R9) hergestellt und sorgen auch bei nassem Wetter für guten Grip.
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Edle-Bauelemente Redaktion
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