Was ist ein frei geplantes Haus?

Am 18. August von Thomas Kilian in Allgemein

Beim Thema Eigenheim zeigt sich, welcher Wohntyp man ist. Ein bereits fertig gestelltes Haus kaufen und nach eigenen Wünschen renovieren? Oder lieber auf ein so genanntes Architektenhaus und damit auf Individualität setzen? In diesem Artikel widmen wir uns dem frei geplanten Haus. Dabei gehen wir auf Vorteile, Planungsmöglichkeiten und Kosten des mit einem Architekten geplanten Hauses ein.

Architektenhäuser ermöglichen Individualität

Um den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen, muss man nicht unbedingt nach bereits gebauten Immobilien Ausschau halten. Diese setzen nämlich nicht nur Grenzen in Sachen individueller Wohnwünsche, oftmals sind hohe Sanierungskosten älterer Immobilien zu befürchten. Steht die Enzscheidung für den Hausbau, haben Bauherren die Qual der Wahl; sie müssen sich zwischen Architektenhaus und schlüsselfertigem Haus bzw. Musterhaus entscheiden. Während Musterhäuser nach einem bereits vorhandenen Bauplan errichtet werden, steht fest: Das Architektenhaus ist ein echtes Unikat. Mit einem frei geplanten Haus lassen sich individuelle Wünsche und Ideen umsetzen, schließlich wird das neue Zuhause zusammen mit einem Architekten geplant.

Beim frei geplanten Haus handelt es sich also nicht um eine spezielle Bauweise. Stattdessen bezeichnet eine solche auch als Architektenhaus bekannte Immobilie die Entstehung eines Hauses in Zusammenarbeit mit einem Architekten. Dies bringt viele Vorteile mit sich, wie etwa die individuelle Hausplanung. Wer sich beispielsweise schon immer einen lichtdurchfluteten Wintergarten zum Sonnenbaden gewünscht hat, kann diesen Traum wahr werden lassen. 

Frei geplante Häuser überzeugen durch viele Vorteile

Entscheidet man sich für ein Architektenhaus, profitiert man von zahlreichen Vorteilen. Zu diesen gehören zum Beispiel

  • Die individuelle Gestaltungsmöglichkeit: Bauherren haben bei Form und Gestaltung ihres neuen Zuhauses ein großes Mitspracherecht. Ob ein Pool im Keller oder ein Geländer aus Glas für den modernen Charme – es gibt fast nichts, das der Architekt nicht möglich macht.
  • Ein höherer Spielraum bei der optionalen Umgestaltung: Bereits bei der Planung kann der Architekt zukünftige Umbauwünsche berücksichtigen – etwa für die zukünftige Familienplanung.
  • Mehr Freiheit bei der Haustechnik: Das neue Haus mit Smart-Home-Technik ausstatten? Mit einer Photovoltaikanlage selbst Strom erzeugen? Dank flexibel planbarer Haustechnik beides möglich.
  • Tatkräftige Beratung und Unterstützung durch einen Fachmann: Als Experte kann der Architekt sowohl vor als auch während der Bauphase beratend und überwachend tätig werden.
  • Ein höherer Wiederverkaufswert: Frei geplante Häuser erzielen in der Regel einen höheren Wiederverkaufswert als standardisierte Fertighäuser.

So viel kostet ein Architektenhaus

Die individuelle Entfaltungsmöglichkeit beim Architektenhaus spiegelt sich auch in den Kosten wider. Ein konkreter Preis lässt sich zwar nicht beziffern, doch wir geben Ihnen einen Überblick darüber, wie sich die Gesamtkosten für ein solches Haus zusammensetzen. Wie bei einem Hausbau üblich, addieren sich Grundstückskosten, Erschließungskosten, Kosten für Außenanlagen, Kosten für einen Keller, Einrichtungskosten, Baukosten, Baunebenkosten sowie eventuelle Zusatzkosten durch zeitliche Verzögerungen. Die Kosten für den Architekten kommen noch obendrauf. 

Die Honorarverordnung für Architekten (HOAI) unterteilt sich in neun verschiedene Leistungsphasen. Wie hoch die Mehr-Ausgaben für den Architekten sind, hängt also davon ab, wie viele und welche Leistungsphasen man an den Architekten vergibt. Nachfolgende Auflistung zeigt Ihnen, wie sich das Architektenhonorar in den einzelnen Leistungsphasen zusammensetzt.

  1. Grundlagenermittlung: 2 %
  2. Vorplanung: 7 %
  3. Entwurfsplanung: 15 %
  4. Genehmigungsplanung: 3 %
  5. Ausführungsplanung: 25 %
  6. Vorbereitung der Vergabe: 10 %
  7. Mitwirkung bei der Vergabe: 4 %
  8. Objektsüberwachung (Bauüberwachung und Dokumentation): 32 %
  9. Objektbetreuung: 2 %

Die Höhe des Architektenhonorars richtet sich immer nach der Höhe der anrechenbaren Baukosten und liegt durchschnittlich bei 15 % der Bausumme. Auch Leistungsumfang und Projektaufwand haben einen Einfluss darauf, wie teuer das frei geplante Haus letztendlich ist.

Wie läuft der Hausbau mit Architekt ab?

Bei einem Architektenhaus lassen sich verschiedene Stile und Bauweisen realisieren, etwa Massivhaus, Holzhaus, Bungalow oder mehrstöckige Villa. Begibt man sich auf die Suche nach einem Architekten, sollte man im Hinterkopf behalten, dass manche Architekten möglicherweise auf bestimmte Stile oder Bauweisen festgelegt sind. Hat man einen passenden Architekten gefunden, muss man mit diesem besprechen, für welche Leistungsphasen eine Zusammenarbeit geplant ist. Beauftragen Sie ihn für alle neun Leistungsphasen, ist er als Fachmann von Beginn an bis zum Einzug an Ihrer Seite.

Üblicherweise wird beim Architektenhaus wie folgt vorgegangen:

  1. Grundlagenermittlung: Grundstücksbesichtigung und Beratung über finanzielle Möglichkeiten
  2. Vorplanung: Anfertigung eines ersten skizzenhaften Entwurfs, Kostenschätzung, Abgleich der baulichen Vorstellungen mit den regionalen Vorgaben durch das Bauamt
  3. Entwurfsplanung: Maßstabsgetreue Zeichnung des vollständigen Entwurfs, Verhandlung mit beteiligten Bauunternehmen und dem Bauamt
  4. Genehmigungsplanung: Aufstellung der für die Baugenehmigung erforderlichen Unterlagen
  5. Ausführungsplanung: Vorbereitung der Entwurfsplanung, so dass das Bauvorhaben umgesetzt werden kann
  6. Vorbereitung der Vergabe: Einholung von Angeboten durch Bauunternehmen, Absprache zwischen Architekt und Bauherr
  7. Mitwirkung bei der Vergabe: Auftragsvergabe an die Bauunternehmen
  8. Objektüberwachung: Beaufsichtigung des Bauprojekts, Sicherstellung eines reibungslosen Ablaufs
  9. Objektbetreuung und Dokumentation: Begutachtung der Immobilie nach Fertigstellung und Übergabe an den Eigentümer

Fazit frei geplantes Haus: Individualität vs. Preis

Ob der Hausbau mit eigenem Architekten tatsächlich das Richtige ist, hängt von den eigenen Vorstellungen und Wünschen, aber auch vom Budget ab. Möchte man beim Hausbau nicht auf Individualität verzichten und dennoch Geld sparen, gibt es viele Möglichkeiten. 

Lässt man sein Haus als Energieeffizienzhaus planen, kann man von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zum Beispiel einen Kredit mit attraktiven Konditionen erhalten. Darüber hinaus bieten sich Standardmaße für Türen und Fenster an. Im Vergleich zu Sonderanfertigungen lässt sich dadurch einiges sparen.

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