Boom der Fertighäuser vorbei? Handarbeit wieder gefragt

Am 17. April 2014 von Edle-Bauelemente Redaktion in Allgemein und Ratgeber und Sonstiges

Immer mehr Menschen setzen aktuell auf „Betongold“ als sinnvolle Alternative zum Sparen bei mageren Niedrigzinsen. Die verstärkte Nachfrage beim Hausbau macht jedoch deutlich, dass der große Boom der Fertighäuser vorbei zu sein scheint.

Massivhäuser wieder im Kommen

Das traditionelle Massivhaus erfreut sich dagegen wieder steigender Nachfrage. Ein Massivhaus von Kagebau wird beispielsweise vom Keller bis zum Dachgeschoss wieder Stein auf Stein gebaut und garantiert so eine lange Lebensdauer. Die Steinbauweise gilt als effizienter und wärmedämmender als die Nutzung von Holz wie bei Fertighäusern, die aus vorgefertigten Bauteilen bestehen.

Zwar freute sich die Branche der Deutschen Fertighaushersteller BDF 2011 zum 50. Jubiläum noch über eine steigene Akzeptanz, gab jedoch auch zu, dass die Marktanteile ausbaufähig seien. Erste Fertighaus-Anbieter haben in den letzten Jahren bereits die Segel gestrichen und selbst der schwedische Möbelhausriese IKEA scheiterte mit seinen Fertighäusern in Deutschland.

Die Vorteile des Massivbaus

Fertighäuser werden zumeist standardisiert und „vorgefertigt“ angeboten, so dass nur wenig Individualisierung möglich ist. Die dadurch gesunkenen Kosten sind für viele Bauherren ein wichtiges Argument, doch andere wünschen sich von ihren „eigenen vier Wänden“ auch Individualität, die ihren eigenen Vorstellungen entspricht. Hier punktet das Massivhaus, das von Architekten ganz nach Wunsch gestaltet werden kann. Die Häuslebauer haben dabei die Wahl, ob sie sich selbst mit unterschiedlichen Handwerkern wie Maurern, Dachdeckern und Fliesenlegern auseinander setzen, oder ob sie eine Firma mit dem Bau beauftragt, die das Massivhaus schlüsselfertig liefert – dies spart Zeit und Nerven.

Während das klassische Fertighaus noch fast vollständig aus Holz bestand und nur noch auf dem Grundstück zusammengesetzt werden musste, gibt es heute auch immer öfter „Fertighäuser in Massivbauweise“, die mit Beton und Ziegeln arbeiten. Während Holz generell als nachhaltiger gilt, weil es sich um einen nachwachsenden Rohstoff handelt, sind Steinhäuser auf Dauer klimafreundlicher. Auch diese Erkenntnis hat sich erst allmählich durchgesetzt.

Schallschutz und Wärmespeicher

Steine besitzen eine größere Wärmespeicherfähigkeit als Holz, so dass sie die Räume im Sommer länger kühl halten und im Winter die gespeicherte Wärme langsamer abgeben. Dies spart Kosten bei der Heizung und bei Klimaanlagen oder Deckenventilatoren im Sommer. Auch beim Thema Lärm schneidet Stein besser ab, denn dass die schweren Steine für einen besseren Schallschutz sorgen als das leichte Holz, liegt auf der Hand.

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