Aztekenofen

Aztekenofen – ein kulturelles Erbe mit Stil

Der Aztekenofen wurde bereits von den Azteken zum Kochen, Backen und als Wärmespender verwendet. Während die Öfen lange Zeit aus dem Handel verschwanden, erfreuen sie sich heute zunehmender Beliebtheit. Als Alternative zwischen Feuerkörben und fest installiertem Gartenkamin bringen Aztekenöfen einige Vorzüge mit sich.

Wissenswertes rund um Aufbau und Materialien

Der Aztekenofen hat im unteren Bereich eine bauchige Form mit einer relativ großen Öffnung für die Befüllung mit Holz. Nach oben hin wird die Feuerstelle zunehmend schmaler und läuft als kleiner Schornstein aus, der für den Rauchabzug zuständig ist. Deshalb sollten Sie darauf achten, dass der Ofen nicht unter einer Überdachung, beispielsweise auf einem überdachten Balkon oder einer Terrasse, steht. Auch dürfen keine hitzeempfindlichen Gegenstände in unmittelbarer Umgebung stehen, weil die Glut durch die bauchige Formgebung umschlossen ist und hohe Temperaturen entstehen. Dies betrifft unter anderem Gartenmöbel und die textile Balkonverkleidung. Vorteilhaft an der kugelartigen Konstruktion ist, dass sich Wärme lange hält und der Funkenflug eingeschränkt ist.

Aztekenofen

Da Aztekenöfen ursprünglich aus Mexiko stammen, werden sie oft als Mexikoofen bezeichnet. Sie gehören zur Gruppe der Terrassenöfen und eignen sich aufgrund ihrer beschränkten Größe hervorragend als Wärmequelle für kleine Flächen. Für Balkon und Terrasse sind sie ideal. Aber auch ein Sitzplatz im Garten verwandelt sich mit einem Aztekenofen in einen gemütlichen Rückzugsort. Sie können die mobilen Öfen flexibel aufstellen. Unterschätzen Sie allerdings das Gewicht nicht! 50 Kilogramm und mehr sind keine Seltenheit. Einige Öfen sind für den Innenbereich konzipiert, müssen dann aber mit dem Kamin verbunden sein.

2 in 1 – Ofen und Grill

Ist der traditionelle Aztekenofen mit Grillfunktion ausgerüstet, bereichert er den Aufenthalt im Freien nicht nur mit dekorativem Flammenbild, sondern gleichzeitig mit feinstem Grillgut. In der Regel verfügen Öfen zum Grillen über einen abnehmbaren Deckel beziehungsweise abnehmbaren Kamin. Direkt darunter wird dann ein Grillrost platziert. Kurzgebratenes, wie Steaks, Würstchen oder Spieße gelingen über offener Flamme wunderbar. Als Beispiel dient der Aztekenofen im Folklore Design von Buschbeck, einem erfahrenen Hersteller von Gartengrillkaminen.

Die Materialien

In seiner klassischen Ausführung besteht der Aztekenofen aus Ton. Beim echten Mexikoofen wird eine spezielle Materialmischung verwendet, die sich auch am Preis bemerkbar macht. Typisch für einen mexikanischen Terrassenofen ist außerdem ein Ständer, der den Tonbehälter trägt. Die Variante von Bentley Garden ist von diesem Aufbau geprägt.

Keramik und Terrakotta sind bestens für den mediterranen Außenbereich geeignet und vergleichsweise preiswert. Kombiniert mit einem geschmackvollen Terrassenbelag, wie Mosaikfliesen oder einem Steinteppich, entsteht Urlaubsambiente pur. Allerdings werden am Markt auch minderwertige Terrakotta-Produkte verkauft.

Nicht zu vergessen der individuelle Charme, der erst durch die Verfärbung zustande kommt, welche sich nach und nach bei der Nutzung ergibt. Gebrauchsspuren und Patina verleihen einem Aztekenofen aus Terracotta oder Ton einen besonderen Charakter. Die Designvielfalt ist vielfältig und reicht vom mystisch anmutendem Ofen über Terrassenfeuer mit filigranen Verzierungen bis hin zum schlichten Terrakotta-Kamin. Die Impressionen der Tierra Tonofen Manufaktur verdeutlichen die Auswahl:

https://www.youtube.com/watch?v=pA4Qa4Fc0f8&rel=0

Weniger positiv an Tonöfen ist die Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit und Frost. Bei unsachgemäßer Befeuerung oder Lagerung kann der Ofen beschädigt werden. Beachten Sie deshalb folgende Verhaltensregeln:

  • Überhitzen vermeiden

Insbesondere bei neuen Modellen ist es wichtig, den Ofen langsam anzuheizen. Ton arbeitet bei starken Temperaturschwankungen und dehnt sich aus, was zu Rissen und anderen Schäden führen kann. Für das Anheizen sollten Sie sich bei den ersten Malen eine halbe Stunde Zeit nehmen. Auch das Holz darf, bis die Außenfläche eine Temperatur von etwa 50 Grad erreicht hat, nicht zu dick sein, Fingerstärke genügt. Dickere Holzscheite entwickeln eine zu große Hitze für Ton. Ist die Betriebstemperatur erreicht, dürfen keine Flammen aus der Öffnung des Ofens schlagen. Dies wäre ein Zeichen für Überhitzung.

  • Nur unbehandeltes Holz einsetzen

Sie können ein Überhitzen Ihres Ofens durch das richtige Brennholz verhindern. Stroh, Gartenreste oder behandeltes Holz führen zu überhöhten Temperaturen. Im Idealfall kommt ausschließlich unbehandeltes Holz zum Einsatz. Auch Holzkohle oder Briketts sind tabu.

  • Feuchtigkeit

Eine weitere Ursache für Beschädigungen am Ofen kann Feuchtigkeit sein. Betreiben Sie Ihren Ofen im nassen Zustand oder Löschen ihn womöglich mit Wasser, können Sie ihn damit zum Platzen bringen. Dies würde die dekorative Feuerstelle zunichtemachen und zudem auch ein hohes Unfallrisiko für Sie und Ihre Lieben darstellen. Schützen Sie den Tonofen vor Regen und Frost!

Alternativen aus Gusseisen

Eine Alternative zu Ton ist ein Aztekenofen auf Gusseisen. Der Eisenwerkstoff ist im Vergleich deutlich robuster, Stöße oder große Hitze sind kein Problem. Hinzu kommen folgende Pluspunkte:

  • Speichert Wärme überaus lang, wodurch der Ofen länger warmhält
  • Gusseisen ist extrem langlebig und kann Generationen überleben
  • Nicht jeder mag die Farbe von Ton. Dunkles Gusseisen ist eine zeitlose Variante

Auch bei der gusseisernen Ausführung gibt es optische Unterschiede. Mögen Sie verspielte Designs, könnte der XXL Terrassenofen mit Ornamenten das Richtige sein. Dieser Aztekenofen ist zudem sehr groß, sodass Ihnen eine üppige Brennkammer zur Verfügung steht. Ein luxuriöser Artikel ist der Ofen von Esschert Design, der sich mit seiner Geradlinigkeit harmonisch in jede Außenanlage einfügt.

Kosten und Eigenbau

Die Anschaffungspreise starten bereits bei circa 200 Euro. Nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt. Im Internet finden Sie sogar Produkte für unter 100 Euro. Angeboten werden Aztekenöfen zwar in Baumärkten, doch häufig werden dort weniger hochwertige Modelle präsentiert. Werfen Sie einen kritischen Blick auf Material, Verarbeitung und Konstruktion, bevor Sie einen Aztekenofen kaufen. Langlebige Alternativen sind in den Onlineshops und stationären Anlaufstellen von Fachhändlern erhältlich. Zudem lohnt sich die Suche bei Versandhändlern. Im Zweifelsfall ist es ratsam, etwas mehr zu investieren, um strapazierfähige Modelle zu erhalten.

Verfügen Sie über handwerkliches Geschick und Erfahrung im Umgang mit dem entsprechenden Material, können Sie Ihren Aztekenofen selber bauen. Da allerdings einiges an Know-how erforderlich ist, um eine Feuerstelle herzustellen, die allen sicherheitsrelevanten Ansprüchen gerecht wird, raten wir Hobby-Bastlern vom Eigenbau ab.

Aztekenofen anfeuern

Eine verständliche Anleitung zum Anfeuern inklusive Tipps für eine schonende Erwärmung liefert das folgende Video:

https://www.youtube.com/watch?v=9JDlpjN3UJg&rel=0

Beim Befeuern eines Aztekenofens lässt sich Rauch kaum vermeiden. Denken Sie daher an Ihre Nachbarn und nehmen Sie Rücksicht!

Bilder: jackmac34, Sweetaholic / pixabay.com, Uwe Rappenecker / pixelio.de